Medienberichte

Mobile geddon 2.0 - Wie Google Online-Händler in die Mobilität zwingt

2016-5-15

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Der sogenannte M-Commerce, also der Einkauf über mobile Endgeräte wie Smartphone und Tablet, kommt immer stärker bei den Kunden an. Doch viele Online-Händler, vor allem kleine und mittelständische Unternehmen, können den Aufwand einer Mobiloptimierung nur schwer stemmen. Dass sie sich dem Thema aber kaum mehr verschließen können, macht nun auch Google deutlich: Mit einem weiteren Update im Mai verstärkt der Suchmaschinenbetreiber die Auswirkungen des sogenannten „Mobilegeddon“ erneut und bevorzugt Seiten, die mobiloptimiert sind, in seinen Suchergebnissen.

57,2 Prozent der Online-Shopper haben schon einmal über ein Tablet im Internet eingekauft, immerhin 38,6 Prozent haben dafür bereits einmal das Smartphone genutzt. Das ist eine Erkenntnis aus der aktuellen Studie „Mobile Effects 2016“ der Forward AdGroup, die sich eingehend mit der Nutzung des Internets auf mobilen Endgeräten beschäftigt hat. Vor allem E-Books, Elektronikgeräte und Unterhaltungselektronik sowie Bekleidung/Schuhe werden bei der „mobilen“ Shoppingtour gekauft. Und auch wenn es nicht zum Kauf kommt: Knapp die Hälfte der Befragten gab an, mit dem Smartphone zumindest Preise zu vergleichen. Damit den Kunden und potenziellen Kunden all das aber gelingt, braucht es vor allem eines: einen mobiloptimierten Shop. Doch genau damit tun sich noch viele Händler schwer und vor allem kleine und mittelständische Unternehmen können den Aufwand, den eine Mobiloptimierung mit sich bringt, nicht so einfach stemmen, wie auch Gunnar Ulle, Regional Director Retail Practice EMEA & APAC bei Demandware, weiß: „Entweder bedeutet es nicht unerheblichen Aufwand für eine Überarbeitung der kompletten Site (bspw. imRahmen eines Responsive-Design-Projektes) und auch damit verbundene Kosten oder man sucht sich spezielle Technologie-Anbieter, die die mobile Optimierung übernehmen.“ Aber auch der Weg über einen Technologie-Anbieter bringt „zum Teil erhebliche Kosten“ mit sich und bindet den Händler an den Anbieter, wie Ulle betont. Und auch dann könnte das Ergebnis im Hinblick auf die User Experience nicht optimal sein. „Unter dem Strich sind diese Projekte für bislang noch nicht optimierte Sites gerade für kleine Teams nur schwer zu stemmen“, so der Experte. Schließlich kann ein Shop nicht einfach mal so in eine mobile Version gebracht werden und damit ist die Sache erledigt: Verschiedene Formfaktoren, also Tablets und Smartphones in verschiedenen Größen, und die unterschiedlichen Geräteversionen sowie die beiden Betriebssysteme iOS und Android machen das Unterfangen technisch aufwendiger, als es anfangs wirken mag.

Am 21. April 2015 kam das „Mobilegeddon“

Doch in Anbetracht der wachsenden Nutzerzahlen im M-Commerce und der immer weiter verbreiteten Nutzung des mobilen Internets allgemein müssen Händler handeln, wenn sie nicht im Wettbewerb das Nachsehen haben wollen. Aber nicht nur die Kunden drängen die Händler dazu, sich in das mobile Netz vorzuwagen: Auch Google macht immer mehr Druck. Am 21. April 2015 setzte der Suchmaschinenbetreiber neue Rankingfaktoren um, die zum sogenannten „Mobilegeddon“ – eine Anspielung auf das biblische Armageddon – führten. Denn in den neuen Rankingfaktoren wurde die Mobiltauglichkeit einer Website nun stärker berücksichtigt. Zudem ist die mobile Websuche seit diesen Änderungen nicht mehr das genaue Abbild der Desktop-Suche. Will heißen: Während die mobilen Seiten in der mobilen Suche bevorzugt behandelt werden, hat das „Mobilegeddon“ keine Auswirkungen auf die Desktop-Suche.

Googles Anpassung der Rankingfaktoren ist eine direkte Konsequenz aus dem veränderten Nutzerverhalten hinsichtlich des mobilen Internets.Das Unternehmen „setzt konsequent auf eine bessere ‚Förderung’ des mobil optimierten Netzes“, meint auch Gunnar Ulle. Deshalb legt Google in Sachen „Mobilegeddon“ jetzt auch noch einmal nach: Im März dieses Jahres erklärte der Suchmaschinenbetreiber, dass man im Mai ein Update ausrollen werde, „das den Effekt des Rankingfaktors verstärken wird, um unseren Nutzern zu helfen, noch mehr Seiten zu finden, die für sie relevant und mobil-freundlich sind.“ Wie genau das Update im Mai aussehen soll, ist allerdings noch nicht klar. Google erklärte lediglich, dass sich Websitebetreiber, deren Seite bereits mobiloptimiert ist, keine Sorgen machen müssen. Das Update trifft also vor allem diejenigen hart, die sich bislang noch gar nicht um die Mobiloptimierung ihrer Seite gekümmert haben.

Trafficverlust von bis zu 10 Prozent

„Es bleibt zu hoffen, dass viele Händler nun wachgerüttelt werden“, kommentiert Ulle die bevorstehende Algorithmusanpassung. „Gleichzeitig wird es dadurch ja nicht einfacher und die Komplexität der Projekte bleibt davon unberührt. Im Idealfall ist es der Weckruf, sich die eigene Site und die darunterliegende Architektur einmal genau anzuschauen und zu sehen, ob man damit in Zukunft unter den geltenden Bedingungen noch am Markt bestehen oder sein Geschäft gar ausbauen kann.“

Schon beim ersten „Mobilegeddon“ gab es Auswirkungen, die Händler eigentlich zum Umdenken hätten anregen müssen: Eine Untersuchung von Adobe im Juli 2015, also knapp drei Monate nach der Ranking-Anpassung, zeigt, dass Webseiten einen Traffic-Verlust von mitunter rund zehn Prozent hinnehmen mussten. Die Reaktion der Branche: Um diesen Traffic-Verlust zu kompensieren, wurde kurzerhand offenbar einfach mehr Budget in die SEA-Anzeigen gepumpt. Die Kosten-per-Klick (CPC) stiegen in der Zeit nach dem „Mobilegeddon“ um 16 Prozent. Doch diese Taktik konnte die Effekte nicht ganz ausgleichen. Unterm Strich bliebt ein Minus von neun Prozent bei der Klick-Rate.

Aber sind Händler, die erst jetzt über die Mobiloptimierung ihres Shops nachdenken, schon viel zu spät dran? Schließlich liegt das erste Mobilegeddon bereits ein Jahr zurück, das zweite folgt nun. Nein, meint Gunnar Ulle: „Für eine Optimierung der User Experience ist es nie zu spät. Es gilt nur, die Optimierung genau zu durchdenken, um ggf. bereits verlorene User bzw. Kunden mit einer der Konkurrenz an den entscheidenden Stellen mindestens ebenbürtigen, wenn nicht überlegenen mobilen Site zurückzugewinnen, sofern möglich.“ Wer sich also dazu entscheidet, seine Seite mobiltauglich zu gestalten, sollte dies keineswegs in einer Nacht- und Nebelaktion unternehmen, sondern sich Zeit lassen und die Anforderungen an den Shop genau planen und durchdenken. (Michael Pohlgeers)

Handelstag in St. Gallen richtet Fokus auf Mitarbeiter

2016-3-31

Wie wichtig Führung und gute Personalarbeit bei der digitalen Transformation sind, dazu sprachen beim 7. Handelstag der Universität St. Gallen Wissenschaftler und Handelsmanager.  Mit großem Interesse lauschten 150 Entscheider aus der D-A-CH-Region, was Noch-Migros-Manager Ernst Dieter Berninghaus, aber auch die Führungskräfte bei Valora, Zalando, Hornbach und Tally Weijl tun wollen, um dem ungeheuer schnellen Wandel von Technologie und Konsumentenverhalten gerecht zu werden. Dabei wurde auch viel über offene Baustellen gesprochen. So räumte Berninghaus, der im zweiten Halbjahr das Unternehmen verlässt ein, dass ihm sechs Prozent Online-Umsatz "bei weitem nicht genug sind." Albrecht Hornbach, Aufsichtsratsvorsitzender der gleichnamigen Baumarktgruppe, sagte, der Kunde sei digitaler unterwegs als die Unternehmen. "Eine Anspruchshaltung, die uns enorm herausfordert."Zuvor hatte der Direktor des Forschungszentrums für Handelsmanagement in St. Gallen, Professor Thomas Rudolph, am Beispiel Tonträger verdeutlicht, wie schnell die Digitalisierung alte Wertschöpfungsketten zerstören kann. Aber auch im Schuhhandel habe Görtz in den vier Jahren Umsätze verloren, in denen Zalando seinen Umsatz verzehnfachte. Was Unternehmen benötigen, um in ihrer Branche Schritt zu halten, fragte er ins Publikum. Die Antworten: Einsicht, Geld, vor allem aber Mitarbeiter mit Mut, Ideen, Begeisterung. Hierfür müsse das Unternehmen die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, sagte Rudolph.    "Transformative Führung"  Seine Kollegin Heike Bruch, Direktorin am Institut für Führung und Personalmanagement in St. Gallen, warb für "transformationale Führung".

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Wenn Preise ins Schleudern geraten

2016-2-19

Süddeutsche Zeitung - Feste Preise gelten heute als Selbstverständlichkeit, dabei gibt es sie noch nicht lange. Bis zur Erfindung der Preisschilder feilschten Verkäufer und Kunde um die Kosten, während anderen in der Schlange warteten. Nach der Etablierung eines festen Wertes für einzelne Waren ergab sich für Händler ein betriebswirtschaftlicher Vorteil: Sie generierten größere Umsätze, und die vielen kleinen Gewinne summierten sich. Der Kunde bezahlt einen Preis ohne Widerspruch, obwohl er in Deutschland laut Gesetz handeln könnte. Ohnehin sind Produkte, vor allem online, großen Preisschwankungen unterlegen, und zwar unterschiedlich stark je nach Produktkategorien und sogar nach Tageszeit. Ein Einkauf im Internet garantiert schon lange nicht mehr das günstigste Geschäft. Die Kunden gewinnen Einfluss zurück und das Zeitalter der vom Händler bestimmten Festpreise neigt sich dem Ende zu.

Der Handel von morgen

2016-1-5

Die Experten von Demandware, einem Anbieter Cloud-basierter Enterprise-Commerce-Lösungen, haben fünf große Trends identifiziert, die die Retail-Branche 2016 beschäftigen werden.

Schuhkurier

2015-2-2

adidas vereinheitlicht mit Demandware sein Digitalgeschäft